Steve Alexander und Ehepaar Drs. Hennig (v.l.n.r.)

 

RbW-Flyer-2018

Gründung  des  Vereins  "Rettung  bedrohter  Wildtiere  e.V."

... Ebenfalls vom Afrikafieber angesteckt sind die Familien Dr. Wessolowski/Schneider aus Kulmbach. Sie kamen inzwischen mit ins Boot der Förderer und unterstützen die Aktivitäten tatkräftig. Bei all diesen Bemühungen lag es nahe, einen Verein zu gründen, der unbürokratisch, rasch und zielstrebig Hilfe anbieten und finanzielle Mittel aquirieren kann für die in Afrika tätigen Tierschützer, Wildhüter und Ranger. So taten sich die naturbegeisterten Familien Hennig, Wesselowksi/Schneider, Bär/Füldner und Gerstberger sowie einige weitere Interessenten zusammen und gründeten am 23. November 2017 den Verein 'Rettung bedrohter Wildtiere  e. V.'

Quasi als Berufserkrankung ist das Team des Reisebüros 'Outback africa' (www.outback-africa.de) ebenfalls mit dem Afrikafieber infiziert. Auch sie unterstützen unseren Verein großzügig finanziell und als erfahrene Afrika-Kenner mit guten Reisehinweisen.

Im Januar 2017 wurden die Hennigs Zeugen eines fürchterlichen Verbrechens im Hwange-Nationalpark. So wurde ein wunderbarer Elefantenbulle durch 6 Schüsse von Wilderern getötet. Die Hennigs fanden ihn früh morgens tot auf.  Nach Auskunft der Ranger war er aber offensichtlich 4 Tage zuvor angeschossen worden und verblutete allmählich innerlich.

Nachdem die Wasserversorgung in der Somalisa-Konzession innerhalb des Hwange-Parks in Simbabwe selbst in der Trockenzeit durch die funktionierenden Brunnen seit 2016 sehr gut ist, steht jetzt der Kampf gegen die Wilderei im Vordergrund der Vereinsaktivitäten. Innerhalb des Nationalparks haben - so gut es geht - die staatlichen Ranger den Schutz der Tiere übernommen. Sie werden vor allem vom WWF-Deutschland unterstützt. Trotzdem zeigte sich, dass die Wilderei immer noch auf hohem Niveau war.

Das hat die Eigentümer der verschiedenen Lodges innerhalb des Parks und auch einige andere Sponsoren bewogen, eine eigene Anti-Wildereieinheit (APU, Antipoaching Unit) aufzustellen. Diese untersteht dem Conservation Wildlife Fund (CWF). Die Einheit hat begonnen, einen Teil der etwa 10 km breiten Pufferzone um den Park herum zu bewachen. Diese kleine Truppe erweist sich als sehr effektiv. Sie kooperiert mit den Rangern des Hwange-Nationalparks. Die Wilderei ging schon deutlich zurück. Schüsse auf Elefanten sind seit dem Januar 2017 in diesem Gebiet nicht mehr gefallen (Report vom 02.04.2018).

Regelmäßig berichtet der CWF (Conservation and Wildlife Fund) über den Einsatz der unserer Spendengelder. Für Korruption haben wir bei der kleinen, sehr gut überschau-baren, und auch sehr wirksamen Truppe keinen Anhalt, zumal die Hennigs die Leiter persönlich kennen (Picture gallery of recent CWF activity). Die Hennigs haben im Oktober 2018 diese Antipoaching-(Wilderei-Bekämpfungs-)Einheit in der Pufferzone des Hwange Nationalparks besucht und dabei viele nützliche Informationen erhalten.

Im Vordergrund steht jetzt der Kampf gegen die Wilderei mit Drahtschlingen. Diese Schlingen führen zu fürchterlichen Verletzungen der Tiere, die dann unter großen Schmerzen auf grausamste Weise sterben oder amputiert werden. So haben die Hennigs einen kleinen vorderfuß-amputierten Elefanten oder auch einen amputierten Löwen gesehen. Sie konnten auch eine Pferdeantilope (Roan antelope) beobachten, die eine Drahtschlinge noch um den Hals trug (roter Pfeil im Foto), die sich aber später davon befreien konnte. Die von Frank Weitzer hier zur Verfügung gestellten Fotos zeigen, wie man bei einem betäubten Elefanten die Schlinge vom Bein entfernt und anschießend medizinisch versorgt.

Stolz zeigte der Leiter der Antiwilderei-Einheit, Steve Alexander, den Hennigs die Drahtschlingen, die die Wilderer ausgelegt und die Einheit in den letzten Monaten eingesammeln konnten. Die Hennigs haben der Antipoaching-Einheit des CWF eine Video-Drohne gesponsert. Die Parkgrenze liegt an der zweitlängsten, völlig gerade verlaufenden (114 km) Eisenbahnstrecke der Welt. Zumindest soweit die Batterie der Drohne reicht, läßt sich diese Strecke am Tage sehr gut mit der Drohne überwachen.

Der neue Verein 'Rettung bedrohter Wildtiere' hat 2018 das Jahresgehalt eines Scouts dieser Einheit übernommen. Darüber hinaus sponserte der Verein ein GPS-Elefantenhalsband einschließlich eines 3-jährigen Monitoring für 5045 US-$.

Ein großes Problem ist auch das Vergiften der Elefanten mit Cyaniden (Salzen der Blausäure, wie z.B. Cyankali). An diese Substanzen kommen die Wilderer relativ leicht heran, da sie im nahegelegenen Bergbau - zur Auslaugung von Gold aus goldführendem Gestein - verwendet werden. Die Wilderer hatten Cyankali in Wasserstellen in und außerhalb des Parks gegeben. Die Elefanten und sämtliche anderen Tiere, die daraus tranken, starben binnen kurzer Zeit. Raubtiere, die vergiftete Tiere gefressen hatten, starben ebenfalls (z.B. www.tagesspiegel.de/weltspiegel/mit-zyankali-ans-elfenbein-22-elefanten-in-simbabwe-vergiftet/12503276.html). Die Wildhüter unternehmen große Anstrengungen, auch diese schreckliche Form der Wilderei zu unterbinden. Es erfolgten auch einige Festnahmen, die zu hohen Haftstrafen der Wilderer führten.

Um noch wirksamer ihre Arbeit verrichten zu können, benötigen die Ranger und Scouts dieser Einheit etliche Finanzmittel, um ihr zu überwachendes Territorium (siehe Google-Karte: rot eingefärbte Region) ausdehnen zu können (CWF Donor Project List 2018, APU Hwange Budget Year 1). Nach aktueller Mitteilung der Antipoaching Unit (Antiwilderei-Einheit) wird auch für 2019 die Übernahme eines Jahresgehaltes eines Scouts erbeten. Darüber hinaus wird auch um Geld für die laufenden Benzinkosten des Geländewagens und eventuell auch der Erwerb eines zweiten Fahrzeuges ersucht. Dies würde die Überwachungsmöglichkeiten erheblich verbessern, da ein einziges Fahrzeug für den großen Geländebereich einfach nicht ausreicht.
Der Verein 'Rettung bedrohter Wildtiere e.V.' wird alle Anstrengungen unternehmen, die hierfür benötigten Mittel für 2019 aufzutreiben.

Weitere Informationen:  https://www.outback-africa.de/blog/2018/09/05/vom-touristen-zum-tierschuetzer