Die Freunde des Hwange

Die Freunde des Hwange (FOH) (https://www.friendsofhwange.com) sind eine private, durch Spenden finanzierte, sehr vertrauenswürdige Organisation, die eine vorbildliche Arbeit zum Schutze der Natur im Hwange-Nationalpark leistet. Sie kümmert sich u.a. um den Erhalt der Brunnen und der Wege, den Schutz der Tiere durch Unterstützung einer Antiwilderei-Einheit, aber auch um die medizinische Versorgung der an den Park angrenzenden Bewohner. Sie unterhalten sehr gute Kontakte zu den offiziellen Stellen des Parks, aber auch zu den Lodges mit ihren privaten Konzessionen. Auch wir haben die FOH in letzter Zeit im Rahmen unserer Möglichkeiten nicht unerheblich unterstützt. 

vlnr. Dave Dell, Paula Dell, Gisela Hennig, Wolfgang Hennig

Die letzte Spende von 5000 €, die wir den Friends of Hwange in diesem Jahr gegeben hatten, stammte von der Heidi-Götzl-Wildtierstiftung (https://heidi-goetzl-wildtierstiftung.de/). Heidi Götzl hatte uns das Geld gegeben, damit wir es an die Friends of Hwange weiterleiten. Mit diesem Geld wurde eine neue Wasserversorgung für dieses Wasserloch (Kennedy I genannt) installiert. Wie diese Rekonstruktion gelungen ist, kann man gut auf den folgenden Bildern sehen. Es war eine aufwendige Arbeit, da über eine größere Strecke in der Erde Rohre verlegt werden mussten.

Durch den neuen Wasserzulauf ist ein großer See in einer ansonst trockenen Umgebung entstanden

Man bekommt diese wie man vor Ort sagt Wasserpfanne gar nicht auf ein Bild

Die gerade angekommenen Elefanten halten sich zunächst beim Frischwassereinlauf auf und sagen Heidi Götzl und ihrem Team DANKE!

Der rekonstruierte Wasserzulauf

Auch wünschten wir,  “unseren“ Brunnen, genannt Rays pan, wieder zu sehen. Er wurde einst von African Bushcamps errichtet und liegt in der ihr gehörenden Somalisa Concession. Wir hatten ihn 2015 finanziert. Jetzt kümmern sich die Arbeiter des Somalisa Camps zusammen mit den Friends of Hwange um diesen Brunnen. Wir haben ihn am Nachmittag besucht, also zu einer Zeit, an dem die Elefanten eher Mittagsruhe halten. Trotzdem war ein unheimlicher Betrieb dort. Elefanten gingen zum Brunnen, andere waren schon dort und andere gingen gerade fort. An keinem anderen Brunnen haben wir gesehen, dass der Schlamm bei den Elefanten so beliebt ist. Die Elefanten kommen, um möglichst Frischwasser zu trinken. Dann schmieren sie sich mit dem Schlamm ein, sowohl zum Schutz vor der Sonne, als auch vor den Insekten. Vor allem die kleineren Elefanten nehmen ein komplettes Schlammbad. Das hat zur Folge, dass das Wasserloch immer größer wird. Die Wasserversorgung musste dementsprechend immer wieder aufgestockt werden.

Ein ständiges Kommen der Elefanten zu Ray's pan.

... und Gehen

Es wird zuerst getrunken ...

... und getrunken,

dann das obligatorische, so wichtige Schlammbad.

Viel haben wir auch bisher über Gary Cantle gehört, ihn aber nicht persönlich getroffen. Das ist der Mann der Friends of Hwange vor Ort, der die Arbeit erledigt. Er ist dort geboren und kennt jedes Bohrloch, jeden Baum, jeden Weg mit Vor- und Nachnamen.

vlnr Wolfgang Hennig, Gisela Hennig, Gary Cantle, Dave Dell

Ray's pan

... und wir freuen uns, dass der Brunnen dank der Hilfe der Friends of Hwange und der Mitarbeiter des Somalisa Camps so gut funktioniert.

Matusadona Antiwilderei-Einheit (Matusadona Anti-poaching Unit)

Matusadona Antiwilderei-Einheit (Anti-poaching Unit)

Wir durften auch diese Antiwilderei-Einheit besuchen. Von ihrem Leiter Mike Pelham wurden wir im Situation room ausführlich unterrichtet. Es ist unglaublich, was diese Einheit in den letzten 2 Jahren tolles geleistet hat, nachdem Matusadona Conservation Trust den Matusadona National Park betreibt. Dieser Trust ist ein Joint Venture zwischen African Parks und der Zimbabwe Parks & Wildlife Management Authority. Mike ist seit einigen Monaten in Tashinga, dem Sitz der Einheit. Aus Sicherheitsgründen habe ich in dem Raum nur 1 erlaubtes Foto gemacht.

 

Chief Operations Officer der APU Mike Pelham und Dr. Richard Hoare

Wir bekamen eine ausführliche Demonstration der Ausrüstung der Ranger und ihrer Arbeitsweise.

Wenn man tagelang im Busch ist, benötigt man sauberes Wasser. Mit diesem Filter hat man aus Schmutzwasser in wenigen Sekunden Trinkwasser hergestellt.

Nach der Umstrukturierung der Einheit hat man als erstes an die Ranger gedacht. Sie bekamen nicht nur mehr Geld, eine wesentlich bessere Ausbildung und neue, saubere Unterkünfte. Sogar eine Krankenstation und eine Schule mit 3 Lehrern wurde gebaut. Dementsprechend motiviert sind die Ranger. Durch die Arbeit der Antiwilderei-Einheit ist die Wilderei in den letzten 2 Jahren drastisch zurückgegangen. Intensiv kümmert die Einheit sich auch um die Bewohner der dem Park anliegenden Dörfer. Nur in Zusammenarbeit mit diesen kann die Wilderei erheblich reduziert werden.

neue Unterkünfte für die Ranger

neue Schule mit mehreren Klassenräumen für die Kinder der Ranger

1. und 2. Klasse

3. und 4. Klasse

sogar an einen Spielplatz wurde gedacht

In den letzten Wochen wurden diese Boote wegen illegalen Fischens in dem überfischten Stausee im Nationalpark beschlagnahmt.

vlnr. Sian Brown (im Wagen), Tracey Pelham, Dr. Gisela Hennig, Dr. Wolfgang Hennig, Chief Officer Michael (Mike) Pelham, Dr. Richard Hoare

Bumi Hills Antiwilderei-Einheit

Nach unserem Aufenthalt in Harare besuchten wir als 1. Station in der Wildnis die Antiwilderei-Einheit in den Bumi Hills (Bumi Hills Antipoaching unit = BHAPU). Sie wird von Mark Brightman und Catherine Norton geleitet. Diese Einheit wurde ja von unserem Verein „Rettung bedrohter Wildtiere“ in der letzten Zeit mit nicht unerheblichen Mitteln unterstützt. Als Geschenk brachten wir Medikamente (Mittel für die Narkose und das Aufwachen) für verletzte Wildtiere mit. Mark informierte uns mittels PP-Präsentation über die Aufgaben und Erfolge dieser Einheit. Geschlafen haben wir in der Bumi Hills Lodge.

Mark Brightman, der Leiter der BHAPU

Diese Einheit widmet sich gegen jede Form der Wilderei, insbesondere dem Kampf gegen die Elfenbeinwilderei durch Erschießen von Elefanten, der Wilderei mittels Schlingen jeglicher Säugetiere im Busch und dem illegalen Fischen mit verbotenen Netzen im Kariba Stausee in den Teilen des Sees, die im Nationalpark gelegen sind. In jedem Quartal bekommen wir einen Report über die Tätigkeit dieser Einheit.

vlnr Richard Hoare, Gisela Hennig, Mark Brightman (mit den neuen Medikamenten), Catherine Norton, Wolfgang Hennig

Erschreckend und unglaublich traurig stimmt die Zahl von 11.000 getöteten Elefanten in dieser Region seit 2008. Das entspricht 75% der Gesamtpopulation. Durch die effektive Arbeit dieser Einheit ist die Elefantenwilderei sehr stark zurückgegangen.

Unterkiefer von Elefanten, die von Wilderern getötet worden waren

Briefing im Lagezentrum

Quartalsreport der BHAPU

geborgene Drahtschlingen, die von Wilderern ausgelegt worden waren

geborgene verbotene Fischernetze (zu enge Maschen, nicht abbaubares Material), die oft als Geisternetze im See herumtreiben

Patrouille auf dem Karibasee, die wir begleiten durften

Am Ziel angelangt

Vorbereiten des Nachtlagers

ein illegales Netz wird geborgen

das Netz ist nur klein, kann aber trotzdem Schaden verursachen

Herzlichen Dank an Catherine und Mark für Ihre Gastfreundschaft und ihren tollen Job, den sie zusammen mit ihrem Team leisten.

Mark Brightman

Catherine Norton

Harare

Begonnen hat unsere Reise in im Juli 2022 in Harare, wo wir unsere Freunde, den Wildtierarzt Dr. Richard Hoare und seine reizende Frau Sian Brown trafen, die uns fortan begleitet haben. Auch waren wir mit Jaco Olivier aus Kapstadt, der bei Giraffe Conservation Foundation (GCF) arbeitet, zusammen. Ihn trafen wir dann im Hwange Nationalpark bei seiner Arbeit wieder.

vlnr Sian Brown, Jaco Olivier, Dr. Richard Hoare, Dr. Gisela Hennig, Angela Styles (Managing Director von Wild is Life)

Als erstes durften wir wieder Gast bei Roxy Danckwerts sein. Sie leitet die Stiftung „Wild is Life“. Zu dieser gehört das ZEN (Zimbabwe Elephant Nursery). In Deutschland ist es eher als Elefantenwaisenhaus bekannt. Es ist Simbabwes erste Elefantenaufzuchtstation, die verwaiste und verletzte Elefanten rettet, rehabilitiert und aufzieht. Zusammen mit ihrem Team leistet Roxy eine unglaublich gute Arbeit.

Roxy Danckwerts, Gründerin und Leiterin des Elefantenwaisenhauses

Gisela und Wolfgang Hennig im ZEN (Elefantenwaisenhaus)

Kurz vor unserem Besuch wurde ein Elefantenbaby vom Wildtierarzt Dr Mark Lombart operiert. Es hatte sich ein Bein gebrochen. Der Chirurg legte einen Fixateur externe an. Inzwischen konnte dieser wieder entfernt werden.  

Elefantenbaby mit gebrochenem Bein

Rocky Dankwerts und Dr. Mark Lombart

Dr. Wolfgang Hennig mit dem verletzten Elefantenbaby

Auch von den größeren Elefanten will keiner auf seine Flasche verzichten

Jaco Olivier von Giraffe Conservation Foundation (GCF)